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für den der viel zu lesen hat von mir, die viel zu schreiben hat

Am Montag habe ich einen Artikel in der Zeit über das Internet gelesen, wo es unter anderem auch um Blogs ging. Ich hab richtig Lust bekommen mir auch einen Blog zuzulegen, auch wenn mich Urmel, wenn sie davon erfährt mit Sicherheit für verrückt erklären wird.
Außerdem habe ich momentan sowieso einen sehr starken Mitteilungsdrang, da sich eigentlich keiner meiner Freunde so wirklich für die Dinge interessiert, die mir so im Kopf herumgehen oder wenn doch keine Zeit dafür ist, intensiv über diese Dinge zu sprechen. Gestern hatte ich ein wichtiges Gespräch mit meiner Mum, nachdem ich völlig fertig von Max nach Hause gelaufen bin. Es war eine schöne Nacht gestern: Vollmond, Sterne, absolute Ruhe. Ich hörte nichts als die wundervolle Musik aus meinem ipod .... Smashing Pumpkins- das ist genau die richtige Musik, wenn man sich so völlig verloren und einsam fühlt. Ich lief durch die Weinberge und dann mitten auf der gesperrten Straße zwischen Bad Bergzabern und Pleisweiler. Es roch nach Hefe und gehrendem Wein, später nach frischem Teer und als ich die Absperrung durchquerte zurück in die Stadt, die meine Heimat sein sollte, in der man sich geborgen fühlt, aber stattdessen nur Kälte ausstrahlt, roch ich nichts mehr. Die grellen Lichter über dem Zebrastreifen blendeten mich. Ich fühlte mich auch hier auf der anderen Seite des Hügels sicher und das trotz  Russlanddeutschen mit den dicken Mercedes, die sonst immer am Bahnhof warten, als würden sie ihr Grenzgebiet bewachen. Sicherheit wird im Allgemeinen völlig überschätzt- ich lebe an einem der sichersten Orte der Welt, bin in einer Zeit groß geworden, indem es keine Mauer mehr gab, keinen kalten Krieg, keinen RAF-Terror, kein Weltkrieg und auch der Terror der Islamisten noch weit entfernt lag. Viele würden mir Undankbarkeit vorwerfen, aber ich glaube es ist mein Gefühl von der Sicherheit belogen worden zu sein. Mir wurde vorgegaukelt, dass die Welt gut ist. Natürlich wusste ich von Krieg und Armut in der dritten Welt, aber Armut und Krieg hatte es auch in Europa einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte zuvor noch gegeben. Der Unterschied heute liegt darin, dass die EU und die USA die armen dritte Welt Länder systematisch ausbeuten und deren Armut noch subventionieren. Der Unterschied liegt darin, dass Kriege auf Grund von Wirtschaftsinteressen geführt werden und dabei die Bevölkerung belogen und verarscht wird. Auf diesen Dingen ist mit unser Wohlstand gebaut- unsere Sicherheit. Also laufe ich nach Hause und fühle mich vor allem eines- unfrei und mir wird wieder einmal klar, dass ich von hier weg muss und das so früh wie nur möglich. Ich lebe in der Matrix, behütet, belogen, eingesperrt. Es ist ganz hübsch hier, aber ich weiß von der realen Welt und das zwingt mich dazu gegen das echte Unheil und das unechte Heil in der Welt anzukämpfen. Damit wären wir auch wieder bei dem Thema, dass mich an diesem Abend so verzweifeln ließ. Seit die Schule wieder begonnen hat, habe ich mir intensiv darüber Gedanken macht, was nach dem Abi kommt. Arbeiten? Praktikum? Weltreise? Studium? Politik? Ethnologie? Journalismus? Berlin? Hamburg? Bremen? Vancouver? Schweden? Fragen über Fragen, die ich jetzt noch nicht beantworten muss, mir keinen Kopf machen muss und doch für mich beantwortet haben will. Auf der einen Seite stehen Max und Steffen, die im Moment leben, nicht planen, sondern leben, arbeiten und sich ihre Träume erfüllen-wenn es kommt wie es kommen soll. Auf der anderen Seite stehen mein Vater und Marlen, die planen, durchorganisiert Bewerbungen schickten, nichts dem Zufall überlassen und erfolgreich sind. Irgendwo in der Mitte stehe ich, die träumt, plant, lebt und dabei völlig darüber verwirrt ist, was sie eigentlich will- das einzige was mir klar ist, dass ich nicht leben will wie mein Vater und nicht leben kann wie Max- leider. Es ist gut wieder schreiben zu können, das heißt nicht mehr ganz so verloren zu sein und sich auf das hier und jetzt konzentrieren zu können zum Beispiel auf die Schülerzeitung, die toll wird, weil tolle Menschen bereit sind tolle Dinge zu schaffen. Mit solchen Menschen möchte ich irgendwann arbeiten, Journalistin sein und andere Sichtweisen aufzeigen. Jetzt muss ich aber mit meinem völlig gestressten Vater essen, dem das erfolgreich wirtschaften nicht so glücklich zu machen scheint. Liebe Grüße

3 Kommentare 26.9.07 18:16, kommentieren



LSK ist wunderbar

Endlich raus von zu Haus...neue Freunde...neue Bekanntschaften....ein tolles erlebnisreiches, witziges und auch lehrreiches Wochenende. Gerade bin ich von der 43. Landesschülerkonferenz in Lahnstein gekommen. Wir haben viel gelacht und uns noch besser kennengelernt: vor allem der RAK9-Tisch links am Fenster mit Robin (Haßloch), Jana (Speyer), Effi (BBS BZA), Liesa (11 BZA), Urmel und mir.

Das soll es auch schon gewesen sein. Für die Kunst braucht man eben immer ein wenig Melancholie. Es ist auch mal wieder schön zufrieden zu sein.


1 Kommentar 30.9.07 13:51, kommentieren

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