Archiv

Ich höre Slipknot. Ich liebe Slipknot - zumindest für den Moment. einen ipod zu haben ist eine tolle sache, denn niemals hätte ich vermutet, dass heute einer der wenigen Tage ist an dem mir Slipknot gefällt. Ich kam gerade vom Zahnarzt als mein ipod zufällig Slipknot spielte. Zahnarztbesuche sind für mich nichts besonders, aber es kommt nicht so oft vor, dass ich zuvor im Wartezimmer sitze und dabei Reisezeitschriften mit solch einem Vergnügen lese. Reisezeitschriften sind so eine Sache. Aus meiner Sicht sind sie dazu da um die Bedürfnisse derer zu befriedigen, die das ganze Jahr arbeiten um dann ein mal im Jahr ihren wohlverdienten Urlaub in einem Sternehotel dieser Welt zu verbringen. Die meisten Orte dieser Welt lernen sie in Reisezeitschriften anstatt vor Ort kennen. Das wollte ich nie und jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als auch so zu leben...vielleicht nicht im Sternehotel, aber trotzdem in Zwängen gefangen- nicht wild und frei- zumindest ersteinmal. Doch wer im Leben etwas erreichen will, der muss kämpfen, Kompromisse eingehen und das wilde Leben einbüßen. Ich bewundere die Menschen die wild und frei leben, aber in der Welt geschehen zu schlimme Dinge als dass ich nur in den Tag hineinleben könnte.

 

2.10.07 19:36, kommentieren



abiparty

manchmal trifft man menschen von denen man wirklich nicht erwarten würde, dass sie einem so ähnlich sind. vor allem weil sie eigentlich völlig anders zu sein schein. so ging es mir gestern gestern auf der abiparty. allgemein gefallen mir feste dieser art immer nur dann, wenn ich mich mit neuen interessanten leuten unterhalten kann. Auf die Frage "wo wohnst du?" , habe ich geantwortet: "In Bad Bergzabern- aber mit Sicherheit nicht mehr lange" und das gefiel mir. Sonst passierte eigentlich nicht so viel spannendes. 

3.10.07 21:42, kommentieren

letzter Schultag

Heute war der letzte Schultag vor den Ferien. Es war eigentlich ein schöner Tag. Ich konnte ausschlafen und gemütlich frühstücken. Die Sonne hat geschienen. Erst fuhr ich mit dem Rad in die Stadt und zur Schule, später dann abenteuerliche Pfade entlang, Berge hoch und runter, über Kastanien, Wurzeln und Steine. Am Ende kam ich erschöpft, glücklich und nicht ganz unversehrt zu Hause an. Das Gefühl Hindernisse zu überwinden in ständiger Gefahr zu stürzen ist toll- aber dann wirklich zu stürzen eher unangenehm.  Ach und liebe pfälzer Wandertouristen: Mountainbikes sind nicht erfunden worden um Radwege unsicher zu machen, genauso wenig wie Skier dazu erfunden wurden um auf präparierten Pisten zu fahren! Ich war Eis essen und Apfelkuchen backen. Jetzt sitze ich hier, telefonier dann und wann und will eigentlich gar nicht Freitag haben- und schon gar keine Ferien. Langeweile steht in Aussicht. Ich kenne kein schlimmeres Gefühl als diese schreckliche Langeweile. Man weiß man sollte etwas tun, aber was es auch ist, auf nichts hat man Lust. Im Moment habe ich noch eher Angst vor diesem Gefühl, dass ich so genau kenne. Was soll ich heute Abend machen? Nur um Streit zu vermeiden so oder so entscheiden?

 

5.10.07 20:37, kommentieren

es kommt anders als erwartet

Das Wetter ist immer noch gut- und gut geht es auch mir. Das erste Wochenende in den Ferien wurde anders als erwartet. Samstag Abend- statt die üblichen Leute, die übliche Musik, die übliche Atmosphäre mal was anders. Wir hören Mother Tongue, Autobahn, es ist dunkel, bewegte Lichter und gute Laune. Als wir ankommen begreifen wir den Unterschied zwischen einem Kaff und dem scheiß Kaff, aus dem wir heute flüchten konnten. Die Party ist in einem Jugendraum mit einer Ecke für Bar, DJ und  Band, Billardtisch, Kicker, auf der Wiese dahinter ein Beachvolleyball-Feld und nebenan eine Fete von schillernden Zigeunern. Wir treffen Leute, die wir hier nie erwartet hätten. Marie zum Beispiel. Landesschülervertretung ist so toll! Wir unterhalten uns über die LSV, Stadtleben, Flohmärkte, G8-Gipfel und die Gegendemo in Speyer. Wir stellen fest, wer so alles dem schwarzen Block angehört, wer so alles das Motto "bunt statt braun" missverstanden hat. Der ein oder andere ist quasi fast schon Freund- zumindest guter Bekannte. Welche Mittel man sich bedient, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich selbst bin der festen Überzeugung, dass die Mittel zu denen man bereit ist, niemals den eigenen Zielen widersprechen sollten.  Die Musik ist laut und macht gute Laune. Man knüpft neue Bekanntschaften. Es spielt eine Band und später rappen zwei Jungs - sogar ziemlich gut, vor allem ganz schön kreativ. Sogar das Trinkspiel ist kreativ- hier muss man schon draußen sein, aktiv sein, rennen, geschickt werfen und Teamgeist beweisen um trinken zu dürfen. Ich sitze am weit geöffneten Fenster und beobachte das Geschehen. Die Gewinner fallen sich um den Hals und springen in die Luft. Wir gehen, wenn es am schönsten ist. Eine dreiviertel Stunde später sitzen wir zum Ausklang im Pub... treffen noch einmal die üblichen Leute, essen Brezeln und kommen verraucht nach Haus.

 Am nächsten Morgen stehe ich spät auf, aber trotzdem machen wir uns erneut auf um Rad zu fahren -eine sanfte Tour diesmal: ohne Berge, Wurzeln, Steine und Wald. Dafür scheint die Sonne und hüllt die so weit entfernt scheinenden Berge in ein geheimnisvolles Blau, der Geruch der Dörfer erinnert an Kindertagen und die Felder und Wiesen an Freiheit. In Dierbach treffen wir zufällig auf einen Markt- eher wahrscheinlich ein Weinfest, aber der Begriff beinhaltet mir zu sehr Fress- und Sauf-Fest. Über die Höfe geht es nach Hause. Dort kommen wir an, als die Sonne untergegangen ist. Wir kochen, essen gemeinsam, diskutieren und ich lese einen spannenden Artikel über die RAF im ZEITmagazin. Der Abend lasse ich bei Max gebührend ausklingen- schön endlich wieder mal das Leben leicht und fröhlich nehmen zu können.

 

1 Kommentar 8.10.07 14:29, kommentieren

der dschungel der zivilisation-eine überschrift die eigentlich gar nicht passt aber gut klingt

der erste schultag nach meinen letzten echten Ferien...gleich jede menge hausaufgaben.... und dann muss ich auch noch einen kuchen backen, der mir gerade im Ofen nicht so gelingt wie ich mir das vorgestellt habe. Lea war heute wieder in der Schule und hat von Südafrika erzählt. "Eine völlig andere Welt", "für unsere Verhältnisse nicht vorstellbar"...ich weiß nicht wie oft sie das wiederholt hat. Ich habe gespürt, dass sie hofft, dass diese Erfahrungen sie dort verrändert haben und ich habe mich daran errinert wie ich, als ich aus Rostock zurückkam, glaubte ein neuer Mensch zu sein. All die positiven Erfahrungen glaubt man würden einem zu einem besseren Menschen machen, aber am Ende steckt man doch wieder im Alltag fest. Sind wir selbst dafür verantwortlich? oder doch unsere Umwelt? werden wir uns ändern, wenn wir endlich aus dieser Einöde flüchten können? Es wird weiter bei H&M und im Billigdiscounter eingekauft. Ändert das schlechte Gewissen, dass man jetzt dabei hat, etwas? Nachdem man sich ein ipod angeschafft hat, denkt man schon wieder darüber nach wie praktisch eine Filmkamera wäre, ganz zu schweigen von der Freude, die mir eine schweineteure halb digitale Fotokamera und eine richtig gute unbezahlbare Musikanlage machen könnten. Das wäre zumindest möglich. Gestern habe ich "Das Dschungelkind" fertig gelesen. Die Geschichte der Deutschen, die ihre Kindheit im Dschungel verbracht hat und danach wieder zurück in die westliche Welt kommt, hat mich sehr berührt. Sie ist aufgewachsen ohne jegliche Art von Luxus, ohne fließend Wasser, Strom, Supermarkt, Telefon...fast schon steinzeitlich. Trotz dass sie diese Dinge, während ihrer Kindheit, niemals vermisst hat, konnte sie, als sie nach  Europa kam,  auf diese Dinge nicht mehr verzichten.

 Nach dem heutigen Tag bin ich eigentlich doch ganz froh, dass die Schule wieder angefangen hat. Die Tage scheinen nicht so verloren. Man macht sich nicht den ganzen Tag Gedanken über das öde, langweilige Leben hier, sondern über Wesentlicheres. Die zwei Stunden im SV-Raum taten mir gut, denn dort saßen Nils und Robin und versuchten sich an ihrem Ethikplakat. Ich kann leider nicht witzig erzählen, aber wer die beiden kennt und sich vorstellen kann, wie sie da so über jedes einzelne Wort diskutieren... wie groß soll es geschrieben werden? lieber Fachwort oder doch etwas, was einem sofort ins Auge springt? soll das ganze noch unterstrichen werden? wenn ja, mit welchem Stift? gewellt oder gerade? ....derjenige wird schon wissen was ich meine. Das hoffe ich zumindest, denn sonst ist dieser Absatz ziemlich langweilig.

Jetzt mache ich mich mal wieder auf den Weg zu Max...liebe grüße

22.10.07 19:28, kommentieren

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