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Neuorientierung

eine anstrengende woche ging zu ende- es war ein schönes ende: die letzte kursarbeit war gut, ich finde eigentlich ja sehr gut, aber wer weiß schon was Engel darüber denken. Habe ich zu sehr polarisiert?- wenn das ganze nur nicht so viel Spaß machen würde. Es war eine Woche in der ich keine Langeweile hatte und das ist gleichbedeutend mit einer der selten Wochen , indenen ich mich in meinem Körper wohl fühle. Es ist eigentlich viel zu spät, aber ich möchte schreiben, weil ich gerade Musikzeitschriften durchgeblättert habe und daran gedacht habe, dass Steffen Musiker werden muss. Ich hasse Musikzeitschriften, denn sie stören die erste Erfahrung mit einer Musik. Die habe ich gerade in diesem Moment mit Feist und es ist wundervoll! Steffen hat einmal zu mir gesagt, dass das Leben dazu da ist, um seine Träume zu erfüllen und ich will, dass er Recht hat. Träume können sich ändern- radikal, Musikgeschmack kann sich ändern, weil wir uns selbst ändern können. Doch ob wir aus uns den Menschen machen können, denn wir in uns sehen, bezweifle ich. Statt für die Einstürzenden Neubauten, Avant-Garde im Dienste des sich komplett von anderen abgrenzen wollen, habe ich mich für eine neue Richtung entschieden, die zwar noch nicht genau bestimmt ist, aber doch schon genau in diesem Moment mich bestimmt. Mein Zimmer ist unordentlich, es liegen die alten Lernsachen und die neuen Kleider auf dem Boden, Kleidung die politisch sein soll, wenn sie schon nicht fair produziert ist. Konsequent? Ich habe mir kein schönes grünes T-Shirt gekauft mit dem Aufdruck Living Green, sondern eine blaue Weste für den Winter mit dem Aufdruck Think peace. Denn die einzige Tatsache über die ich mir sicher bin, ist die, dass ich nicht der Mensch werde, zu dem mich Menschen machen wollen. Ich stand im H&M und konnte nicht die Klamotten kaufen, die mir gefielen.- eigentlich sinnlos, denn gibt es einen Unterschied zu anderen Läden, indenen man hübsche Sachen kaufen kann? Die Unwissenheit lähmt uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Anwalt von Grünenthal behauptete im Kontext der Condorgantragödoie, dass die Unvorhersehbarkeit eines Geschehnisses von Schuld befreie, doch gelte dieser Grundsatz uneingeschränkt so würde niemand auf der Welt Fehler machen. Ich weine viel, ich schaue vor allem viel Fernseh. Da sagen die gelegentlich tolle Sachen: Menschen verlangen meistens das, was sie nicht haben können und das was sie haben können, wollen sie nicht. Doch zu verlangen ist immernoch besser als nicht zu wissen was man will. Viel Wahrheit liegt in diesem Satz, zumindest trifft er auf mich zu. ich bin idealistisch, optimistisch, lebensfroh, aber werde ich so je glücklich werden können? Inspiration-ist das wovon es in meinem Leben hier fehlt. Ich verzweifle lieber über die Menschen im Etlinger Tor, wie sie kaufen und vorbeihetzen, Rolltreppen rauf- und runterfahren, essen und trinken meistens ohne sich zu setzten und das schlimmste ist, dass ich mich da nicht ausnehmen kann. Ich nehme lieber an dem Großstadtleben teil, auch wenn ich es nicht verstehe, als hier auf dem Land zu leben ohne das was passiert, ohne dass ich Inspiration zum schreiben habe. Suche ich das Unglück? Als Suchender des Weltschmerzes scheine ich mich auf den Weg machen zu wollen aus einer fast heilvollen Welt. ich habe manchmal das Gefühl, mich mit Menschen zu beschäftigen solange sie mich inspiereren und sie dann einfach fallen zu lassen. Ich habe keine Angst, nur davor einmal zu wenig Angst zu haben. Aber doch, ich bin zuversichtlich. Unzusamenhängende Sätze und Gedanken aus einem Zimmer, indem noch keine Zeit gefunden wurde die neue Richtung zum Ausdruck zu birngen, in der Unordnung herrscht. Ich bewundere Menschen die im Moment Leben können, doch ich lebe im ständigen Übergangszustand. Ich suchte das Schild mit der Aufschrift: mein Zimmer ist ein kreatives Chaos und kein Saustall, denn mein Zimmer spiegelt meine Persönlichkeit. Gute Nacht, es ist viel zu spät für diese Welt, in der die Schule am nächsten Tag um 8 beginnt. Liebe Grüße

 

8.11.07 01:03, kommentieren



Liebe Matrix (ach wie wunderbar das passt). das was ich schreibe, scheint dein bild, dass du dir von mir gemacht hast, zu bestätigten: zu anspruchsvoll für diese Welt und unfähig zu schätzen, was man hat. du glaubst mich genau zu kennen und weißt nicht einmal, was mich verletzt!

"die Matrix ist schwer zu erklären, man muss sie erleben" (Zitat aus "Matrix" kurz bevor Neo die Pille der Wahrheit schluckt) eine überwindung der matrix (ob spirituell oder real) erfährt man nicht indem man belehrt wird, sondern indem man seine erfahrungen macht, indem man entscheidungen trifft, ob gute oder schlechte ist unwichtig, entscheidend ist, dass es die eigenen entscheidungen sind.

die Momente in der realen welt, in der ich weinen kann, sind selten und doch weine ich meistens nur aus dem einen grund: die wut darüber nicht verstanden zu werden! Ich will nicht in einer Projektionsfläche der Wirklichkeit leben, in einer Welt, in der ich vor Fehlentscheidungen bewahrt werde, weil Andere (meinen) es besser (zu) wissen, in der Langeweile den Tiefpunkt jeglicher negativen Empfindung darstellt. Ich nehme in Kauf nicht mehr in Sicherheit zu leben in einer unsicheren Welt. Ich nehme Gefühle in Kauf, die ich nicht kenne: Was ist Angst? was ist Hass? Was ist Trauer?

Warum kann man die Dinge, die man hat, nicht schätzen?- weil man sie als selbstverständlich ansieht. warum sieht man sie als selbstverständlich an?- weil man es nicht anders kennt. erst die distanz zu den Dingen, lässt eine wertung zu.

Die Sache, die es mir am schwersten machte von einer Weltreise abzuschwören, war es nicht zu wissen, ob das was ich will, das was ich tue, meine eigene entscheidung ist. Die nötige distanz vermittelte mir eine unabhängige Instanz. Diese Instanz ist eine der wenigen Dinge, die ich über alles schätzen kann, weil man lange braucht um solche Instanzen zu erkennen- in manchen Fällen vielleicht auch einfach zu lang!

2 Kommentare 12.11.07 00:50, kommentieren

eine geschichte

Es ist dunkel. Menschen erzählen. Wir können nicht in sie hineinleuchten, aber wir werden von ihnen fasziniert. Manchmal würde ich gerne fühlen, was sie fühlen, erleben, was sie erleben, schätzen können, was sie schätzen. Doch vor allem würde ich gern mehr Menschen begegnen, die sind wie sie….vielleicht ein bisschen so wie ich gern wäre: anders….ehrlich, furchtlos, stolz, freiheitsliebend, idealistisch und kreativ.

Sie sitzt in einem Haus, ein Zuhause für den Moment. Es ist hell, warm, gemütlich und rein. Draußen tobt der Sturm. Nässe. Kälte. Dunkel. Chaos. Es wird ihr schmerzhaft bewusst, dass sie durch den Sturm muss. Der Moment ist bald vorbei.

Sie zieht ihre Jacke an, Schuhe, Schal, Handschuhe und zum Schluss noch die Kapuze weit übers Gesicht- ein Anschein von Vertrautem, Schützendem.

Jemand öffnet die Tür. Es kommt Wind durch den schmalen Türspalt und mit diesem

ein kühler Eindruck von dem, was sie erwartet. Tröstlich ist nur: der Weg ist nicht weit. Sie geht hinaus- allein. Die Tür hinter ihr fällt zu. Sofort ist klar: die Kapuze hilft nicht viel. Sie geht weiter- sie muss.

Ein Regentropfen berührt ihr Gesicht. Alles ist verändert. „Gott ist im Regen“. Eine kurze Erinnerung an diesen Film und sie begreift.

Sie zieht ihre Kapuze ab, hält einen Moment inne, neigt den Kopf zum Himmel

und rennt los, dreht sich …und schreit. Sie ist frei.

Das Ziel spielt keine Rolle mehr, aus unliebsamen Streben, wurde Leben. Moment.

Das ist einer dieser Geschichten- Lichter im Dunkel.

Warum haben die Menschen solche Angst vor dem Dunkel? warum leben sie am Tag, selbst wenn auf einen wolkigen Tag, eine sternenklare Nacht folgt?

Die Angst vor möglichen neuen Problemen, die wir nicht kennen, ist in der Regel größer als die Frustration, die uns altbekannte Probleme bereitet.

4 Kommentare 28.11.07 17:27, kommentieren

kurzfilme und was uns sonst noch so vom leben ablenkt

das wetter ist scheiße, ich habe schnupfen. ich sollte irgendetwas tun und will nicht. ich hasse es, wenn alles schon nicht so toll ist und dann auch noch etwas zu ende ist bevor man angefangen hat, es wirklich zu schätzen. es ist wie früher. habe ich nicht viel zu lange mit zickigen Mädels gekämpft? Irgendwann in der neunten bin ich zusammen gebrochen. Ich hatte keine Kraft mehr, keinen Stolz. Meine Definition von Stolz unterscheidet sich vielleicht von der tatsächlichen. Stolz bedeutet für mich sich nicht klein kriegen zu lassen, bereit zu sein sich zu wehren, für andere einzustehen und den Menschen zu zeigen wenn sie uns unterschätzen. Die SV hat mich zu einem neuen Menschen gemacht, zu einem Menschen, der lebt, an was er glaubt- jeden Tag. Ich fühle mich, als wäre ich in ein tiefes Loch gefallen, ein leeres Loch. Um mich rum zickige Mädels an Stelle von Menschen, die die gleiche Vorstellung von Leben haben wie ich. Ich hinterfrage alles und fange an mich dabei selbst zu hassen. Gestern waren wir im Kino- wir -als Menschen mit diesen Vorstellungen. Ein Kurzfilmfestival- es war eigentlich toll, aber auf eine Art und Weise sind Filme ja auch nur eine Flucht aus der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist nicht so schlimm, aber verdammt öde und was schlimm ist: ich finde einfach keinen Platz darin zu leben, an was ich glaube! Ein Kurzfilm handelte von einem Looser, der mit seiner netten, aber langweiligen Freundin immer "Mensch ärgere dich nicht" spielt. Er arbeitet in einer Hühnchenfabrik und will irgendwann etwas in einem Leben ändern. Er bewirbt sich bei einer Spielzeugproduzenten-Firma und wird tatsächlich genommen. Dort muss er ein Hamster produzieren, der mit einem echten nicht zu verwechseln ist. Er arbeitet mit einer wunderhübschen Mädel zusammen, in die er sich verliebt, die beiden kommen zusammen, sind im Beruf erfolgreich und aus dem Looser ist ein durch und durch erfolgreicher Mann geworden, der in einem tollen Auto mit einer wunderbaren Frau durch New York fährt. Doch dann wird seine Freundin angefahren und Kabel und Schaltkreise lugen durch ihre Brust. Sein ganzer Erfolg, sein ganzes Leben war nur ein Test der Spielzeugpruduzenten- Firma. Totunglücklich kehrt er zum "Mensch ärgere dich nicht" und der Hühnerfabrik zurück. Früher hat er sich mit seinem Schicksal abgefunden, aber jetzt wo er weiß, dass das Leben auch für ihn anders sein könnte, ist er so todunglücklich, dass er lieber mit der Illusion eines liebenden Menschen zusammen ist als mit der echten aber langweilen Freundin. Er kehrt zur wunderhübschen Illusion zurück.
So fühle ich mich, wenn ich Filme geschaut habe über Menschen, die leben was ich glaube. "Das wilde Leben" ist nicht dort, wo ich bin. Ich habe im Gegensatz zu früher hohe Ansprüche an alles Alltägliche. Früher gab es eine Zeit, in der ich geglaubt habe, dass ich niemals Menschen, die mir solche Geschichten wie die aus meinem letzten Blogeintrag, erzählen, finden werde- zumindest nicht hier. Ich habe mich geirrt. Früher hätte ich nie gedacht all diese Dinge zu tun, zu erleben, so wie ich sie in der zehnten und vor allem im letzten Jahr erlebt habe. Aber wäre ich glücklicher oder zufriedener, wenn ich all diese Dinge nicht erlebt hätte? Ich glaube nicht.

30.11.07 15:12, kommentieren

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