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postmoderne

auf jede Strömung folgt eine Gegenströmung,  auf jede  Gegenströmung wieder eine Strömung gegen die Gegenströmung. Das ist das natürliche Gesetz der Kunst.

Wir strömen heute postmodern. "Das Haupt-Motto der Postmoderne ist: Es geht um nichts!" Die Postmoderne hat sich "mit dem finalen Kapitalismus und dessen Auswirkungen bis in alle Lebensbereiche hinein abgefunden". Identität lässt sich zusammenkaufen. Wer Emo- Klammotten trägt, ist Emo, wer Öko-Klamotten trägt, ist Öko. Langeweile stellt eine ständige Bedrohung dar, der man "durch Nein-Sagen, Verleugnen, Ablehnen, Abwerten, also dadurch", dass man "etwas schlecht findet" entgegenwirkt. Es wird zum Beispiel ein Beziehungsstreit provoziert, "um eine Sozialbeziehung überhaupt zu „empfinden,... man unternimmt selbstzerstörerische Aktionen (Drogen, Rauchen etc.), um sich selbst zu spüren" oder es wird über Stunden bis zur völligen körperlichen Erschöpfung getanzt". Medien werden in "postmoderne Gleichzeitigkeit" konsumiert: Ich höre Musik über Kopfhörer, sehe TV, lese gleichzeitig eine Zeitschrift und spiele dazu noch ein Computerspiel: Vier Medien gleichzeitig, damit sich das Leben lohnt."
"In öffentlichen Verkehrsmitteln...sprechen postmoderne Menschen frank und frei, für alle hörbar und voller Entäußerungswut. Es gibt scheinbar keinerlei Hemmungen, private Räume jederzeit zu öffentlichen zu machen und alle Umstehenden an der eigenen Intimität teilhaben zu lassen. Jeder ist sein eigener Hauptdarsteller und TVProfi. Die Öffentlichkeit wird zum Lebensraum!"

So ungefähr definiert die Uni Bochum das postmoderne Streben:
(http://boag-online.de/pdf/boagap11.pdf)

Ich hatte ganz vergessen, dass es auch Spaß machen kann, mal etwas für die Schule zu machen- hier: ein Deutschreferat, dass auch die Postmoderne behandeln soll.

 

 

 

 

1 Kommentar 1.12.07 21:29, kommentieren



Ein Traum

Wir sitzen zu Hause und wissen nicht was tun. Jemand schlägt vor einfach wegzufahren. irgendwo hin. Es ist nicht das erste Mal. Doch heute
beschließen wir nach Frankreich zu fahren. einfach so. jetzt. ohne etwas einzupacken. Etwas Geld und eine Jacke ist alles, was wir mitnehmen. Das Auto ist voll. Ich kann es noch nicht fassen: wir fahren tatsächlich los. Die Sonne scheint, es ist ein wunderbarer Tag. Wir fahren durch einsame Dörfer, weite Felder. Alles ist grün und bunt- Frühling oder etwas in der Art. Die Musik ist laut und ungemein fröhlich. Wir kommen in eine Stadt- vielleicht Paris. Stundenlang sitzen wir im Park, scheinen zu leben, was wir träumen. Es wird viel erzählt und noch mehr gelacht. Ich weiß nicht wer sie waren, die mit mir im Park saßen. Irgendjemand geht voran, wir folgen ohne zu wissen wohin. Sackgasse. Es türmt sich eine Mauer vor uns auf. Wir kehren nicht um- diesmal nicht. Einer nach dem Anderen klettert über die Mauer und landet in einem Zwischenraum- wie in der Mitte zwischen zwei Schutzwällen.
Eine Tür führt hinaus. Der alte Schlüssel steckt. Es erwartet uns ein wundervoller Garten- verwildert. Niemand hat Angst. Nicht weit weg steht ein altes Haus. Wir schauen durch die verschmutzen, kaum durchsichtigen Fenstern. Der Anblick ist trotz dessen überwältigend. Uralte Möbel- verstaubt, stilvoll: Eines dieser alten Sofas mit ihren hohen Rücken und goldenen Schnörkel, ein altes hölzernes Klavier, eine Küche, die bis an die Decke der hohen Wände des Altbaus reicht, alte dunkel hölzerne Kommoden, Bilder mit prächtigen Rahmen aus einer anderen Zeit, Bücher so weit das Auge reicht. Wir öffnen die nicht verschlossene Tür. Der Staub überall hüllt alles in zauberhaftes Licht. Wir begreifen sofort, dass hier schon ewig niemand mehr gewesen ist- der Altbau erinnert an ein Leben aus vergangenen Jahrhunderten. Doch noch am selben Tag hat jemand unter uns, ohne das wir anderen es bemerkten, das ganze Haus von Staub befreit. Es scheint für alle selbstverständlich zu sein: Jetzt werden wir dort sein, ein Leben führen nach unserer Vorstellung. Wir haben eine Lücke gefunden, in der uns niemand hört, niemand sieht, in der wir über uns bestimmen. Es ist uns sofort bewusst: was wir suchten, haben wir gefunden- Freiheit.

2 Kommentare 3.12.07 18:10, kommentieren

Übergangszeiten sind die blühenden Wüsten

Jedes Jahr sitze ich um diese Zeit hier und denke zurück an den Sommer, der mit den letzten Blättern, die von den Bäumen gefallen sind, vorbei ging. Die Stimmung ist trüb, wie das Licht, wenn man nach draußen schaut. Es regnet. Im Winter sollte es nicht regnen, sondern schneien. Das Wochenende begann mit einem schönen Abend. Wir schwelgten ein wenig in der Vergangenheit und doch mochten wir das hier und jetzt. Es wäre vielleicht einer dieser Tage geworden, die mir noch lange positiv im Gedächtnis geblieben wären, wenn ich nicht um 12 schon hätte gehen müssen: Kopfschmerzen, wie ich sie vorher nicht kannte. Wir, verschiedenste Menschen auf dieser Party, sprachen über die Übergangszeit. Meist sind es die Sommerferien, in der wir zum ersten Mal niemand mehr fragen brauchen, ob wir das oder jenes tun oder lassen sollen. Wir entschieden selbst über uns, leben das Leben, wie man es nur leben kann oder will wenn man in dieser Übergangszeit steckt. In den Nächten wird kaum geschlafen, dafür umso mehr gefeiert, getanzt, gelacht und gequatscht über viele Dinge. Wohin verschwinden diese Dinge, wenn der Sommer vorbei ist?

 Während iwr Abizeitungsartikel schreiben, denken wir an Föhr. Da waren wir 14, verrückt. es ist das Alter, in der man sich zum ersten Mal irgendwie erwachsen fühlt. "Mit 16 aber wird das noch schlimmer", wird anbemerkt. Man wünscht sich endlich 18 zu sein, um endlich unabhängig sein zu drüfen, was einem doch schon lang zustehen müsste...dem einen oder andere zumindest. Bei manchen beginnt mit 18 die Übergangszeit, bei anderen ist sie längst vorbei.

Es wird viel gejammert über die mangelnden Möglichkeiten, die einem dieser Ort, an dem wir leben, bietet. Irgendwann muss sich jeder entscheiden, ob er diese Möglichkeiten akzeptiert und es sich in der kleien Welt gemütlich macht oder weg will und sich innerlich rüstet um in eine neue Welt aufzubrechen. Ich habe mich schon mit 14 entschieden. Ich fange an die Geburtstage meiner Eltern zu hassen und das ist gut so, denn sie bewegen mich zum rechtzeitigen Gehen. Es ist nicht, weil ich mich für besser halte als die Geburtstagsgäste, sondern weil sie sich anders entschieden haben als ich. Es ist eine weite Schlucht zwischen ihnen und mir. Auf ihrer Seite gibt es keine hohen Berge, keine hohen, blühenden Bäume,aber dafür jede Menge hübsche, gepflegte Gärten. Im Hintergrund, hinter den Hügeln entdeckt man Mittelmeerstrände, überfüllt mit Liegen und Menschen.  Auf meiner Seite herrscht die Wüste, es gibt viele Berge, schneebdeckt. doch hinter diesen Bergen schimmert ein helles Licht, dass blühende hohe Bäume, wilde Wiesen, Blumen und weiße, menschenleere Strände mit türkisblauem Wasser erahnen lässt. Solange ich noch in der wüste verweile, umso länger werde ich das Gelächter hören.

Ich mache mich also auf den Weg. Die Hindernisse, die mir in den Weg gelegt wurden umgehe ich, indem ich laufe statt fahre. Es ist nicht kalt, aber es regnet. Wie oft bin ich diesen weg schon gegangen. Das Ziel war immer ein Zufluchtsort, doch es wird mir schmerzhaft bewusst, dass dieser Ort mir schon lange keine Zuflucht mehr bietet. Manchmal brauchen wir nicht so dringend einen Zufluchtsort, wie wir den Weg brauchen, der dort hin zu führen scheint. Der Regen, die musik, die dunkeln Straßen mit ihren einsamen Lichter und endlich einen weg, den es zu beschreiten gilt, ist die beste Medizin, wenn ich mich in der Wüste so verloren fühle

1 Kommentar 9.12.07 13:49, kommentieren

Autoritäten

Weglaufen oder kämpfen? manchmal stellt das fernsehen die wichtigen Fragen im richtigen Moment. ich könnte mich auch aus allem raushalten, akzeptieren, das tun, was einige unter "respekt zeigen" verstehen, aber von dort wo die verurteilt werden, die hinterfragen, laufe ich nicht weg, weder äußerlich durch Distanz noch innerlich durch Akzeptanz. Respektlos, arrogant, trotzig, kindisch, kommunistisch- so beschrieben wird in den letzen 24 Stunden mein Verhalten. Wie scharf sind die Gegensätze auf die ich stoße. Ich bekomme Respekt von Seiten, die niemandem gern Respekt gewähren, weil ihnen, wie mir, die Luft zum atmen hier fehlt.  Ich polarisiere- so wie ich es für nötig halte und bleibe trotzdem befreundet mit dem ein oder anderen ideologischen Feind. Es sind die, die nicht den Unterschied kennen zwischen Träumen und Plänen, die die Pläne den Träumen vorziehen-was ihnen zusteht im Gegensatz dazu das Gleiche zu tun, wenn es um andere geht.
 Doch die alten Zeiten sind vorbei, Luft zum atmen gibt mir die Freiheit für meine Träume und Ideale einzustehen. Es gibt sie: die die in den gleichen Zügen atmen, die gleiche Luft, wenn auch auf anderen Pfaden. Während ich die letzten Schritte durch meine Schule gehe, wandere ich wie zwischen Parallelwelten von Fach zu Fach, von Menschen zu Menschen, zwischen Schein und Sein, zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Freiheit und Zwang. Während ich die letzten Schritte durch meine Schule gehe, wandere ich wie zwischen Parallelwelten von Fach zu Fach. An den unvermuteten Orten treffe ich manchmal auf die wenigen, die die Wahrheit aussprechen, auch wenn nur leise oder nur dann, wenn sie gefragt werden. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem arroganten Besser wissen und dem, was ich glaube, was es heißt die Wahrheit auszusprechen, besonders wenn man laut spricht. Das Gleichgewicht fällt mir manchmal schwer zu halten, aber auch denen die ich so heftig kritisiere. Doch trotzdem habe ich Grund zu kritisieren. Ich behaupte nicht, dass es leicht wäre eine Autorität zu sein, aber diejenigen, die die falschen Fragen in den falschen Momenten stellen haben in diesen Positionen nichts zu suchen. Westberliner zu sein, spricht nicht frei davon ein Opfer von Feindbildern zu sein- selbst wenn die eine ganze Kindheit propagiert wurden. Menschen, die andere Menschen zu selbstständigen Denken erziehen wollen, sollten sie erst einmal lehren Distanz zu wahren von dem was oberflächlich nach der Wahrheit aussieht. Autoritäten, die dieses tun, kann ich zwar immer noch nicht haben, aber ich akzeptiere sie, weil mich mein Dank dafür verpflichtet.

13.12.07 19:22, kommentieren

Damit du was zum kaputt machen hast, wenn du dich mal wieder über die Welt ärgerst

In meinem Zimmer herrscht mal wieder Chaos. „Destroyed room“ heißt ein Album von Sonic Youth und irgendwie ist ein chaotischen Zimmer auch ein bisschen wie Sonic Youth hören. Ich liebe Sonic Youth- das ist die genialste Musik, die es gibt.
Krach oder Genialität, genialer Krach oder krachende Genialität- Sonic Youth hören ist von allem etwas. Das ist Kunst: wenn Schubladen ein Spalt vorgeschoben sind, Decken mit hübschen Blumen auf dem Boden, CD’ zu kleinen Türmen gestapelt, Asymmetrie in geöffneten olivgrünen Kisten, Bionadeflaschen auf dem Tisch, bunte Klamotten sauber angeordnet in einer Umgebung von bunten Blättern, den goldenen Banderolen von Rothausfläschchen, hübschen Kissen, grellen Taschen und jede Menger (ist ja ein komisches Wort) Zeitschriften.
In solcher Atmosphäre findet man Zetteln auf denen steht: „Damit du was zum kaputt machen hast, wenn du dich mal wieder über die Welt ärgerst“. Das Chaos erinnert an vergangene Abende, an denen viel gelacht und mitten in der Nacht Kreuzworträtsel gelöst wurden. Multikulturalismus- yo la tengo- chaosfrei- zeigt mir, wie schön Chaos sein kann. Es ist wie an denen Tagen, an denen Weihnachten noch toll war. Als ich an das Christkind glaubte, aber nicht an Gott und Nikolaus. Vielleicht war das der Fehler. Das tollste Geschenk, dass man mir zu Wehnachten machen kann, ist eine CD brennen, mit Songs, die was bedeuten. Manchmal ist Chaos das tollste, manchmal hasse ich es, verlasse das Zimmer und wenn das nicht geht, bin ich todunglücklich und todunglücklich kann ich nicht aufräumen, also heißt es warten… nur wie lange noch?

1 Kommentar 17.12.07 20:35, kommentieren

Kalt

Ich sitze an der Heizung, schaue zur Wand. Es ist noch immer kalt, aber hier so zu sitzen beruhigt. Keine Illusionen, keine Lügen! Ich bin allein- werde es an diesem Ort immer sein. Es fehlt etwas. Das genügt! Wann endet die Zukunft bestenfalls? Die Tränen gehen langsam aus. Gleichgültigkeit statt Leidenschaft. Es wurde wieder zu recht gerückt, was am falschen Platz sich eingefunden hatte. Alles bleibt unverändert- immer.   

3 Kommentare 21.12.07 21:05, kommentieren

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