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Happy end

Ich habe Pläne von Zwischenräumen in Häusern, die ich niemals bewohnen werde. Leben in einer Welt, die mir nicht gefällt und doch enthält, was so selbstverständlich eingeplant ist. Planen ist bescheuert, Machen ist gut und doch ist planen, dass was ich am meisten tue.

Ich sitze über Papier, voll beschrieben mit Ideen, die nicht von mir sind und von denen ich nicht weiß, ob es sie zu kennen lohnt. Mittel zum Zwecke, dem Zwecke der Pläne. Ich stehe so kurz vorm Ziel und doch scheint es mir so weit weg. Ich schaue die falschen Filme, vielleicht höre ich auch die falsche Musik oder tue allgemein zu viel, was jetzt nicht hilft. Irgendwo in der Luft hänge ich und schaue nach unten. Die ganze Zeit schaue ich nach unten, weil ich weiß, dass mir keine Flügel gewachsen sind. Der Steg auf dem ich stehe ist dünn. Verdrängen oder absteigen? Die meiste Zeit geht an uns vorbei, während wir nachdenken wie die Zeit am besten zu nutzen ist. Dort oben weht ein kalter Wind. Aber kalter Wind, Schnee, weiße Wolken und eisige Bäume, Wiesen, Sträucher vermitteln ein angenehmes Gefühl. Alle lieben diesen Anblick- wenn auch nur durch verschlossene Fenstern. Das ist ein bisschen wie Filme anschauen. Die Filme mit Happy End sind irgendwie doof und doch sehen wir uns Filme an, weinen dabei gern und warten aber doch immer auf einen fröhlichen Schluss. So warten wir auf den Sommer, darauf ohne Mütze und Schal hübsch das Haus verlassen zu können, durch den Regen tanzen zu können, barfuss zu laufen und ohne zu frösteln stundenlang in freier Natur Sterne anzuschauen. Es bleibt die Hoffnung auf den Sommer als Happy End.

1 Kommentar 4.2.08 16:28, kommentieren



Für Mephisto

Jetzt sitze ich hier und meine Finger brennen und trotzdem kann ich keinen Anfang finden. Freiheit? Was ist das schon? Es heißt Freiheit ist das zu tun, was man will, Freiheit sei Verantwortung, Freiheit sei sich dem Teufelchen und nicht dem Engelchen in einem selbst hinzugeben?

Man hat die Ziele erreicht nach denen man so lange strebte und nun steht man da und weiß nicht mehr wo einem der Kopf steht. Zwänge gibt es immer, aber meist haben die ihren Ursprung nicht in der Gesellschaft in der wir leben, sondern viel mehr in uns selbst. Wir benötigen allen diesen Fluchtraum, in dem wir für wenige Momente frei sein können und manchmal nehmen wir für diesen Moment alles in Kauf. In diesen Momenten brauchen wir eine neutrale Person, die uns nicht für unser Verhalten verurteilt.

5 Kommentare 4.2.08 16:29, kommentieren

Zwänge

Zwänge sind eine faule Ausrede. Um ein Ziel zu erreichen müssen wir viele Mauern durchbrechen. Wir können uns nicht aussuchen wie hoch diese Mauern sind, aber wir können entscheiden, ob es sich lohnt diese zu durchbrechen. Wir können auch weglaufen. Wir hätten dazu allen Grund: wir wissen nicht was uns erwarten wird, wir wissen nicht wie sehr wir vermissen werden, was wir zurücklassen, mit Gewissheit können wir nur sagen, dass wir schon bald wieder vor einer neuen Mauer stehen werden. Es bleibt uns leider nur nichts anderes übrig, wenn wir Freiheit wollen.

 

1 Kommentar 18.2.08 23:51, kommentieren

Ich bin glücklich

Diese Definition von Ehrgeiz gefällt mir: nichts unversucht zu lassen um Mauern zu durchbrechen. Manchmal wundere ich mich über meine Generation, die nicht selten als Lebensziel Geld nennt. Geld ist Mittel, kein Ziel. Wir akzeptieren wirtschaftlichen Zwang, anstatt dagegen aufzubegehren.

Ich will doch kein Geld, sondern arbeiten und davon leben können. Ich will keine tolle,teuere Fotokamera, sondern tolle Fotos in klasse Qualität machen, ich will keine tolle, teure Anlage, sondern tolle Musik in klasse Qualität hören, ich will kein tolles, teures Haus, sondern ein Zuhause, in das man gerne kommt....und vielleicht auch noch was von der Welt sehen.

Seit dieser neue Lebensabschnitt in meinem Leben begonnen hat, stehe ich mit beiden Beinen im Leben. Ich bin glücklich, selbstbewusst und vor allem weiß ich genau was ich will: in Sachen Liebe, Studium und Leben. Meine Arbeit macht mich glücklich und niemand wirft mir vor ich würde zu viel arbeiten. Ich erwarte keine Dankbarkeit, Lob oder Reaktion von den Menschen um mich rum. Wenn etwas gut ist, wenn ich merke, ich tue etwas Gutes, dann reicht das. Die Welt jeden Tag ein bisschen besser, schöner oder glücklicher zu machen, wenn auch nur im kleinen, das ist das tollste Gefühl auf der Welt sprich Lohn genug.
Ich kann Parties wieder genießen. Es ist aufregend. In Freiheit unglücklich verliebt zu sein macht so viel mehr Spaß als in einer aufrechten Beziehung geliebt zu werden und diese nicht genug erwidern zu können.

1 Kommentar 19.2.08 17:55, kommentieren

Kapitulation

Morgen ist so etwas wie der allerletzte Schultag in meinem Leben. Wir bekommen die Ergebnisse des schriftlichen Abiturs und das Zeugnis des 13. Schuljahrs. Das alles zu realisieren, zu beurteilen ob ich damit glücklich oder unglücklich bin, ist mir nicht möglich. Ein Fremder, eine virtuelle Bekanntschaft, regte mich zu neuen Gedanken an. In der Liebe bedeutet das Ende einer Beziehung die Kapitulation. Wir stehen jetzt wieder da, wo man von denen, die man vielleicht liebt, nicht beachtet wird und von denen für die man zu Schade ist, Aufmerksamkeit im Übermaß bekommt. Zu Schade sein bedeutet Gewissheit darüber zu haben, dass man den Anderen nur verletzen kann.

Unglücklich verliebt zu sein ist verwirrend, manchmal aufregend, anstrengend- alles in allem aber schön. Doch dann kommt der Tag an dem  wir begreifen, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in dieser einseitigen Liebe unglücklich bleiben- und wir sind schockiert. Man will flüchten, aber Flucht ist verbunden mit hohem Risiko, also verweilen wir in der Hoffnung, dass es bald vorbeigehen wird. Was ist zu tun?

22.2.08 20:54, kommentieren

gescheiterte Revolutionäre

Definitiv abwarten, Laura!  Es kommt immer anders als man denkt- vor allem viel schneller- und schon ist alles anders. Gestern waren wir im Theater und sahen eine tolle Inszenierung. Anfangs verwirrt es, wenn man weder Handlung noch Charaktere verstehen und zuordnen kann, aber eine großartige Inszenierung schafft einen großen Spielraum der Interpretation. Hier der Versuch einer Deutung: Es ging um Narzissmus, die Überhöhung des Selbst, eine lähmende Gesellschaft, das Scheitern, das Gefühl unbedingt etwas tun zu müssen, aber nicht zu wissen was und schon gar nicht wie, um das Ausgeschlossen sein im Inneren und um die Freiheit. "Es hat noch keiner geschafft aus der Freiheit einer Notwendigkeit zu machen". Ihr Narzissmus hat sie verraten-die blaue Jacke, der Besitz von dem sie sich nicht zu befreien wussten. Ich klage sie nicht an. Sie reihen sich ein in die lange Reihe der gescheiterten Revolutionäre- vielleicht sind sie sogar mitverantwortlich für die Hoffnungslosigkeit unserer Generation. Wie könnte man Revolutionäre mehr bestrafen?

25.2.08 17:23, kommentieren

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