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Südschweden- eine Reiseerzählung

Es war eine besondere Reise. Es war ein Aufbrechen und Ankommen. Auf den tausend Seen spiegelten sich Sonne und Wolken. Alles war in dieses seltsame Licht gehüllt. Am Rande des Sees lagen Felsen und Nadelwälder – vereinzelt rote Holzhäuser. Ich liebe diese Häuser. Jedes scheint leise zu rufen:  „Komm hierher, wohne hier! In diesem Haus wirst du glücklich sein“. In den Städten stehen die Prachtvillen. Überall kann man blonde, fröhliche Kinder beobachten. Das Land wie wir es aus den Astrid Lindgren Büchern kennen scheint tatsächlich zu existieren. Das nächste Mal besuchen wir vielleicht Pippi Langstrumpf. Alles scheint hier so sorgenfrei. Was braucht der Mensch mehr als ein kleines Holzhäuschen am See? Wir idealisieren die Fremde. Sie bietet diese einmaligen Momente. Ein Sonnenuntergang am Meer, zusammen sitzen wir um das Feuer, kochen uns Nudeln mit leckere Soße. Alles ist vergessen. Die Zeit. Die Sorgen. Alles ist Moment. Es zählt nur das Hier und Jetzt. Urlaub? Bis dahin war das Reisen ein kleines Abenteuer: nicht zu wissen wohin, wann, wie und niemand der uns viel sagen kann und doch haben wir es geschafft anzukommen. Immer und immer wieder kommen wir an neuen, fremden Orten an. Wir paddeln gelassen über den See ohne Horizont. Ein Schloss, ein Fischerdörfchen, ein kleiner Hafen, ein paar einsame Holzhäuser. Wir kommen zu der Stelle, an der man über das Wasser laufen kann. Ist das alles echt? Wo geht es als nächstes hin? Wir nehmen Umwege, steigen an den falschen Haltestellen aus, stranden an merkwürdigen Orten, sind zu anderen Zeiten an anderen Orten als geplant. Alles ist ein wenig anstrengend, chaotisch und doch lernt man auf diesen Umwegen die wichtigsten Dinge: es gibt keinen einzig richtigen Weg. Jeder vermeintliche Umweg kann sich als eine Abkürzung entpuppen. Wie viele Bekanntschaften wären uns flöten gegangen, wären wir auf den geraden Wegen gelaufen? Auf wie viele schöne Momente hätten wir verzichten müssen? Improvisation ist alles. Aus den einfachen Dingen versucht man viel zu machen. Alles kommt immer anders als man denkt, aber am Ende bekommt man auf den verschlungenen Pfaden die besten Einfälle und am Ende schmeckt es- manchmal vielleicht nur ok, manchmal gut und manchmal da ist alles einfach nur großartig!

19.8.08 17:02, kommentieren



letztes Kapitel

so das war jetzt mein vermutlich letzter blogeintrag. bald beginnt ein neues Leben für mich- ein Leben wie ich es mir über all die Monate, Jahre gewünscht habe. ich schließe mit einem zitat des Dramatikers Simon Stephens ab:  "Eine Kleinstadt hat nur dieses Gute an sich: You hate it and you know you gonna leave"

... und natürlich Danke an alle, die so fleißig meinen Blog gelesen haben!

19.8.08 17:31, kommentieren

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